Arbeitsalltag bei P+P
Im Allgemeinen besteht keine Notwendigkeit oder Erwartung, dass am Wochenende gearbeitet wird. Wenn jedoch eine Transaktion oder Frist es erfordern oder wenn jemand eine eigene Publikation oder Vorlesung vorzubereiten hat, kommt es durchaus vor, dass Einzelne auch am Wochenende und an Feiertagen arbeiten.
Vorab ein paar Anmerkungen zur "Normalität" von Arbeitstagen bei P+P an sich:
Bei P+P gibt es nur eine feste Regel. Sie lautet: "Clients first" - der Mandant steht an erster Stelle. Sie sollten zur Verfügung stehen bzw. erreichbar sein, wenn der Mandant Sie braucht. Ansonsten organisieren Sie sich nach eigenem Belieben. Bestimmen Sie Ihre eigenen Arbeits- und Urlaubszeiten, entscheiden Sie, ob Sie etwas publizieren wollen und wenn ja, was und wo. Geben Sie Vorlesungen, wenn Sie es gut können, wählen Sie sich das Arbeitsgebiet, das Sie am meisten interessiert, und spazieren Sie jederzeit in das Büro eines Kollegen (offene Türen!), wenn Sie Hilfe brauchen. Machen Sie Ihre eigenen beruflichen Pläne und besprechen Sie diese mit Ihrem Partner, damit wir wissen, wie wir Ihnen bei der Umsetzung behilflich sein können. Stellen Sie sich einen Zimmerbaum in Ihr Büro, wenn Sie Lust dazu haben, oder auch zwei - es gibt ein paar Hundert davon in unseren Räumen. Wählen Sie das Seminar aus, das Sie besuchen oder leiten möchten; teilen Sie unserer Bibliothekarin mit, welches Buch für Sie gekauft werden soll, sagen Sie dem Computer-Experten, welches Software-Paket Sie für Ihren PC oder Laptop benötigen oder wie dessen Funktionalität anderweitig verbessert werden kann, und, und, und. Langer Rede kurzer Sinn: Gestalten Sie Ihr Arbeitsumfeld und Ihre berufliche Laufbahn so, dass Sie das Beste aus sich herausholen können.
Das folgende Beispiel eines "gewöhnlichen" Tagesablaufs setzt sich aus den vielen außergewöhnlichen Handlungen zusammen, durch die jeder einzelne P+P-Mitarbeiter seinen bzw. ihren persönlichen Beitrag leistet.
06:00 bis 08:00 Uhr, früher Morgen
Die ersten Mitarbeiter in der Administration kommen in ihre Büros. Auf dem Weg zum ersten Flug in eine andere Stadt schauen einige Partner und Associates noch kurz in der Kanzlei vorbei. Jeden Tag halten sich mehr als die Hälfte der P+P-Anwälte außerhalb des Büros auf.
08:00 bis 10:00 Uhr, Vormittag
Berufsträger (Professionals) und Sekretariat fangen an zu arbeiten, abhängig von ihrer persönlichen und familiären Zeitplanung. Die Sekretärinnen arbeiten zu unterschiedlichen Zeiten. So stehen zu jeder Tageszeit Mitarbeiter zur Verfügung und diesen bleibt, zu selbstgewählten Zeiten, trotzdem ihr Privatleben erhalten. In der Küche neben den Dachterrassen stehen Brezen, Croissants und frisch gepresster Saft bereit. Die P+P-Büros in Berlin, München und Frankfurt befinden sich auf den oberen Etagen, mit viel Freiflächen, Glas, Bäumen und Blick zum Himmel.
12:00 bis 14:00 Uhr, Mittag
Manche Mitarbeiter essen auswärts, andere nutzen die Cafeteria der Sozietät oder essen ein Sandwich an ihrem Schreibtisch, je nach persönlicher Vorliebe und/oder Arbeitsbelastung.
15:00 Uhr, Nachmittag
Jetzt beginnt die Arbeit für die Kollegen und Mandanten in den USA mit zahlreichen Anrufen, Faxen und E-Mails.
17:00 bis 19:00 Uhr, Abend
Das Tagessekretariat wird vom Abendsekretariat abgelöst (Beginn mit Übergabe zwischen 16:00 und 17:00 Uhr). Die beruflichen Aktivitäten gehen allgemein etwas zurück. Das kann sich jedoch ganz unterschiedlich zeigen, z.B. darin, dass die Anwälte nach Meetings in ihre Büros zurückkommen, die noch anfallende Mandatsarbeit erledigen oder beginnen an einer Publikation zu arbeiten.
Ab 19:00 Uhr, "Open End", Nacht
In der Regel werden ein oder mehrere Anwälte bei der Arbeit sein, je nach eigenem Zeitplan. Die Abfassung eines komplexen Dokuments oder Tätigkeiten im Zusammenhang mit Mandaten im außereuropäischen Ausland lassen sich möglicherweise besser in der relativen Ruhe der Nacht erledigen.
Wenn man sich darauf einigen möchte, was "normal" in diesem Zusammenhang heißen könnte, sind einige zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen:
Associates wie Partner arbeiten mit "ihren" Mandanten und für diese, d.h. der Mandant bestimmt in jeder Hinsicht, was unter "normal" zu verstehen ist. Im Gegensatz zu größeren Sozietäten legt P+P keinen Budget- oder Zeitplan fest, den es einzuhalten gilt. Jeder entwirft selbstbestimmt sein Pensum. Organisieren Sie Ihre Arbeit so, wie es Ihnen entspricht. Veröffentlichen Sie oder halten Sie einen Vortrag, auch wenn Sie erst am Beginn Ihrer Karriere stehen. Wenn Ihnen das nicht liegt, lassen Sie es. Es ist nicht notwendig, eigene geschäftliche Tätigkeiten zu entfalten - es gibt ohnehin mehr als genug davon und Sie müssen auch nichts zusätzlich verkaufen. Seien Sie also offen und bescheiden und lassen Sie es zu, dass die für eine bestimmte Fragestellung oder Aufgabe beste Person die jeweilige Angelegenheit erledigt - sei es ein P+P-Mitarbeiter oder ein Kollege einer anderen Sozietät. Spezialisieren Sie sich und versuchen Sie, auf diesem Gebiet eine Koryphäe zu werden. Zeit, Intelligenz, Energie - all diese Eigenschaften stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung, auch den klügsten Köpfen nicht. Darum konzentrieren Sie sich auf das, was Sie am besten können. Sagen Sie offen Ihre Meinung, wenn Sie mit Partnern sprechen, und hören Sie zu, was andere Associates, Partner oder Mitarbeiter zu sagen haben - sie alle leisten nämlich einen wertvollen Beitrag für die Sozietät und für Ihren persönlichen Erfolg.
Das Folgende ist aus echten Time-Sheets eines Associates gegen Ende seines ersten Jahres entnommen. Es ist jedoch nur ein Beispiel, keinesfalls ein Modell oder eine Blaupause für Ihren eigenen persönlichen Zeitplan.
Der Associate hat in diesem Monat 206 Stunden in Rechnung gestellt: 185 dem Mandanten berechenbare Stunden sowie 21 Stunden für Fortbildung, Organisation oder andere Angelegenheiten. Die 185 Stunden verteilen sich auf 18 Projekte und 12 Mandate. Sehr oft hat ein größerer Mandant wie z.B. ein Private-Equity-Fonds mehrere aktive Transaktionen bzw. Projekte, die er mit und über P+P abwickeln lässt. Von diesen Stunden entfallen 85% auf vier größere Projekte, davon fast 50% auf ein einziges Projekt, das sich über vier Monate hingezogen hat und nun kurz vor dem Abschluss steht. Der Associate bearbeitete 9 Projekte direkt mit dem Mandanten. Bei Senior Associates kann es sein, dass die Zahl der "Direkt-Mandate" 75% bis 100% seiner Arbeit ausmachen. Bei 4 Projekten arbeitete der Associate unter der Anleitung eines Partners und in den verbleibenden 5 Projekten war er zusammen mit dem Partner tätig. Bei den restlichen Projekten war der Associate mit Recherchearbeiten, der Ausarbeitung und/oder dem Überarbeiten eines größeren laufenden Projekts betraut. Die 185 Stunden bestanden aus: 61 Stunden für die Due Diligence (vor allem in einer anderen Stadt in den Geschäftsräumen der Ziel-Gesellschaft, und zum Teil auch für das Verfassen des schriftlichen Berichts bei P+P), 34 Stunden für das Studium von Präzedenzrecht, 27 Stunden für die Teilnahme an Verhandlungen und Sitzungen, 22 Stunden für genaue Aus- und Überarbeitung, 18 Stunden für Telefongespräche (einschließlich Telefonkonferenzen), 9 Stunden für Faxe, E-Mail und sonstige Korrespondenz, 6 Stunden für Besprechungen mit einem Partner oder einem Senior Associate und schließlich 8 Stunden für verschiedene andere Aktivitäten.
Ausführliche Darstellungen unserer Beratungstätigkeit finden Sie in den Beiträgen aus der Praxis, die von P+P-Partnern und erfahrenen Associates geschrieben worden sind.
